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Holzrahmenbau leicht gemacht: Montage, Materialien & passende Befestigung
Holzrahmenbau richtig befestigen – Befestigungsmittel nach Anwendung auswählen
Im Holzrahmenbau müssen unterschiedliche Bauteile miteinander verbunden oder befestigt werden. Entsprechend unterschiedlich sind die Anforderungen an Befestigungsmittel und Verarbeitungsgeräte.
Für Holzverbindungen, Metallverbinder, Beplankungen und vorgefertigte Bauelemente kommen verschiedene Systeme infrage. Dazu gehören unter anderem Streifennägel, Coilnägel, Ankernägel und Befestigungsklammern.
Die Auswahl sollte deshalb immer bei der konkreten Befestigungsaufgabe beginnen.
1. Zuerst die Befestigungsaufgabe bestimmen
Vor der Auswahl eines Nagels, einer Klammer oder eines Gerätes sollte feststehen, welche Bauteile miteinander verbunden werden sollen.
Dabei macht es beispielsweise einen Unterschied, ob:
- Holzbauteile miteinander verbunden werden
- Metallverbinder an Holz befestigt werden
- Plattenwerkstoffe befestigt werden
- Dämm- oder Holzfaserplatten verarbeitet werden
- wiederkehrende Befestigungen in der Vorfertigung ausgeführt werden
Erst anhand der konkreten Aufgabe lässt sich das geeignete Befestigungssystem bestimmen.
2. Befestigungsmittel passend zur Konstruktion auswählen
Für unterschiedliche Aufgaben stehen verschiedene Befestigungsmittel zur Verfügung.
Streifennägel und Coilnägel werden für verschiedene Holzbauanwendungen eingesetzt. Für geeignete Metallverbinder stehen spezielle Ankernägel zur Verfügung.
Bei Plattenwerkstoffen und weiteren Anwendungen können je nach Konstruktion unterschiedliche Befestigungsklammern eingesetzt werden.
Entscheidend ist, dass das Befestigungsmittel für die konkrete Anwendung vorgesehen ist und die erforderlichen technischen Eigenschaften besitzt.
3. Streifennägel und Coilnägel nicht nur nach Magazinierung unterscheiden
Streifennägel und Coilnägel unterscheiden sich unter anderem in ihrer Magazinierung und den dafür vorgesehenen Nagelgeräten.
Daraus lässt sich jedoch nicht pauschal ableiten, dass ein System ausschließlich für eine bestimmte Art von Holzverbindung vorgesehen ist.
Für die Auswahl sind unter anderem Nagelabmessungen, Schaftausführung, Material beziehungsweise Oberfläche, Gerät und Anforderungen der Konstruktion relevant.
4. Ankernägel für geeignete Metallverbinder
Balkenschuhe, Winkelverbinder und andere geeignete Metallverbinder stellen besondere Anforderungen an die verwendeten Verbindungsmittel.
Hier können magazinierte Ankernägel eingesetzt werden, wenn diese für die jeweilige Verbindung vorgesehen sind.
Ankernagel, Holzverbinder und Ankernagler sollten dabei als zusammengehöriges Befestigungssystem betrachtet werden.
Welche Abmessung und Ausführung erforderlich ist, richtet sich nach den technischen Vorgaben des verwendeten Holzverbinders.
5. Klammern bei Beplankungen richtig auswählen
Bei Beplankungen im Holzrahmenbau können abhängig von Plattenwerkstoff, Bauteilaufbau und technischen Vorgaben unterschiedliche Klammersysteme zum Einsatz kommen.
Nicht allein die Klammerlänge entscheidet über die Eignung. Auch Klammertyp, Abmessungen, Materialausführung und das dazu passende Klammergerät müssen berücksichtigt werden.
Für spezielle Anwendungen wie OSB-Platten, Holzfaser- und Dämmplatten oder Brandschutzplatten sollten zusätzlich die jeweiligen Anforderungen des Platten- beziehungsweise Systemherstellers berücksichtigt werden.
6. Vorfertigung stellt andere Anforderungen
Im Fertighaus- und Holzrahmenbau werden Wand-, Decken- und weitere Bauelemente häufig bereits im Werk vorgefertigt.
Bei vielen wiederkehrenden Befestigungen können geführte beziehungsweise weggesteuerte Klammergeräte den Arbeitsablauf unterstützen.
Solche Systeme ermöglichen definierte Arbeitsabläufe und können bei wiederkehrenden Befestigungen in der Vorfertigung interessant sein.
Welches Befestigungsmittel eingesetzt werden muss, ergibt sich jedoch weiterhin aus der jeweiligen Konstruktion und nicht aus der Wegsteuerung des Gerätes.
7. Korrosionsschutz berücksichtigen
Neben Typ und Abmessung des Befestigungsmittels muss auch dessen Materialausführung zur Anwendung passen.
Welche Anforderungen an den Korrosionsschutz bestehen, hängt unter anderem von Konstruktion, Einsatzbedingungen und Umgebungsbeanspruchung ab.
Eine pauschale Einteilung allein nach Innen- oder Außenbereich ist deshalb nicht ausreichend.
8. Gerät passend zum Befestigungsmittel auswählen
Ist das erforderliche Befestigungsmittel bestimmt, kann das passende Verarbeitungsgerät ausgewählt werden.
Dabei müssen beispielsweise Magazinierung, Abmessungen und Arbeitsbereich des Gerätes zum Befestigungsmittel passen.
Ein gleicher Magazinwinkel oder eine ähnliche Produktbezeichnung bedeutet nicht automatisch, dass unterschiedliche Befestigungsmittel mit einem Gerät verarbeitet werden können.
Die Angaben des Geräteherstellers sollten deshalb vor der Verarbeitung geprüft werden.
9. Nagel- und Klammerlänge nicht nach Faustregel bestimmen
Eine allgemeine Regel wie „Nagellänge gleich 2,5- bis 3-fache Materialstärke“ reicht für die Auswahl im Holzrahmenbau nicht aus.
Entscheidend sind der tatsächliche Bauteilaufbau, der Untergrund, die erforderliche Eindringtiefe beziehungsweise Verankerung und die Anforderungen der Verbindung.
Bei konstruktiv relevanten Befestigungen sind die entsprechenden Planungs-, Bemessungs- und Systemvorgaben maßgeblich.
10. Befestigungssystem vor der Verarbeitung prüfen
Vor Arbeitsbeginn sollten Befestigungsmittel, Gerät und Konstruktion noch einmal gemeinsam betrachtet werden.
Insbesondere sollten folgende Punkte geklärt sein:
- vorgesehenes Befestigungsmittel
- erforderliche Abmessungen
- Materialausführung und Korrosionsschutz
- Kompatibilität mit dem Verarbeitungsgerät
- erforderliche Befestigungsabstände
- technische Vorgaben der Konstruktion
Damit lassen sich viele typische Auswahl- und Verarbeitungsfehler bereits vor Arbeitsbeginn vermeiden.
Fazit: Im Holzrahmenbau beginnt die Auswahl bei der Konstruktion
Für die Befestigung im Holzrahmenbau stehen zahlreiche Nägel, Klammern und spezialisierte Verarbeitungsgeräte zur Verfügung.
Die richtige Auswahl beginnt jedoch nicht beim Gerät, sondern bei der konkreten Konstruktion und Befestigungsaufgabe.
Steht fest, welches Befestigungsmittel mit welchen Abmessungen und Eigenschaften benötigt wird, kann anschließend das dazu passende Gerät ausgewählt werden.
So entsteht ein aufeinander abgestimmtes System aus Konstruktion, Befestigungsmittel und Verarbeitungsgerät.